Die Daten-Website der Geosphere Austria bietet viele meteorologische Messdaten von (derzeit 1046) Messstationen in Österreich an. 120 dieser Messreihen beginnen mit dem 1. Jänner 1945.
Die Hohe Warte Wien ist eine dieser Messstationen.
Wir sehen uns in diesem Blogbeitrag den Verlauf der täglichen Höchst- und Mindesttemperaturen an.
Die Daten in diesem Artikel reichen bis zum 02. August 2026
Höchsttemperaturen
Wir sehen eine leichte Aufwärtstendenz, allerdings überlagern die täglichen und saisonalen Schwankungen diesen Trend.
Diese Grafik zeigt mithilfe eines längerfristig geglätteten Schätzers den Trend. Im Vergleich zu den sonstigen Schwankungen scheint er nicht sonderlich ausgeprägt. Daher sehen wir uns in der nächsten Grafik nur diesen Trend an.
Die geglättete Tageshöchsttemperatur ist demnach um mehr als 3ºC gestiegen.
Hitzetage sind Tage, an denen die Temperatur von 30ºC erreicht oder überschritten wird.
Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Zahl der Hitzetage pro Jahr.
Diese Grafik und alle weiteren Säulendiagramme sind „maussensitiv”; führt man den Mauszeiger auf eine Säule, dann werden die dargestellten Werte angezeigt.
Seit den 2010er-Jahren spricht man nicht nur von Hitzetagen, sondern bezeichnet man Tage, an denen eine Temperatur von 35ºC erreicht oder überschritten wird, als Wüstentage.
Die nächste Grafik erlaubt es, den Grenzwert, ab dem man von
Hitzetagen oder sogar von Wüstentagen spricht, zu variieren.
Die Grafik zeigte auch die jeweils längsten Perioden, in denen eine
bestimmte Temperatur täglich überschritten wird, an.
Mittlere Tagestemperatur
In den Daten von der Geosphere Austria gibt es auch die mittlere Tagestemperatur. Die folgende Grafik zeigt die tägliche mittlere Tagestemperatur und den langfristigen Trend.
Den Trend allein zeigt diese Grafik:
Auch in dieser Grafik sehen wir einen Anstieg um fast 3ºC
Tiefsttemperaturen
Die folgende Grafik zeigt Einzelwerte und den Langfristtrend.
Den Langfristtrend alleine zeigt die folgende Grafik.
Es zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei Höchst- und Tagesmitteltemperatur.
Tropennächte sind definiert als Nächte, in denen die Temperatur 20ºC nicht unterschreitet.
Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Zahl der Tropennächte pro Jahr.
Auch in dieser Grafik ist zu erkennen, wie die Zahl der Tropennächte langfristig steigt.
Die nächste Grafik erlaubt es, den Grenzwert, ab dem man von Tropennächten spricht, zu variieren. Sie zeigt auch die längste Hitzeperiode.
Geglättete Höchst-, Mittel- und Tiefsttemperatur
Die nächste Grafik zeigt die Entwicklung der langfristigen Trends gemeinsam für die drei Temperaturkurven.
Hitzeperiode im Sommer
Die folgende Grafik zeigt die Tageshöchsttemperaturen im Juni, Juli und August für alle Jahre seit 1945.
Wir sehen, dass die Temperaturen Ende Juni 2026 (rote Kurve) so hoch waren wie noch nie zuvor.
Diese Grafik ist interaktiv: Wenn der Mauszeiger auf einen der roten Punkte zeigt, dann werden Datum und Höchsttemperatur angezeigt.
Hier die Grafik für die Mittlere Tagestemperatur:
Und hier die Grafik für die Niedrigste Tagestemperatur:
Höchsttemperaturen und Todesfälle
In den Jahren 2007, 2013, 2015 und 2026 gab es sehr ausgeprägte Hitzeperioden, nämlich mindestens 3 Tage hintereinander Temperaturen von mindestens 35º (also Wüstentage).
Wir sehen uns daher den zeitlichen Verlauf der (wöchentlichen) Todesfälle parallel mit dem Verlauf der Höchsttemperatur an der Messstation Wien-Hohe-Warte in den Sommermonaten an.
Die Todesfallzahlen von der Statistik Austria reichen bis zum 3. August 2026.
Todesfälle in Österreich
Zunächst vergleichen wir die Todesfallzahlen in ganz Österreich mit den Höchsttemperaturen in Wien-Hohe-Warte.
Wir sehen, dass die Todesfallzahlen deutlich steigen, wenn die Temperatur mehrere Tage hindurch über 35ºC steigt.
Todesfälle in Wien
In der nächsten Grafik stellen wir die Todesfallzahlen nur aus Wien den Temperaturen gegenüber.
In dieser Grafik ist die Auswirkung höherer Temperaturen auf die Todesfallzahlen noch deutlicher sichtbar als in der Grafik für ganz Österreich. Das ist nicht weiter verwunderlich; die Todesfallzahlen in Wien werden von Wiener Umweltbedingungen sicher stärker beeinflusst als die von ganz Österreich.
Todesfälle mit Bevölkerung von 2026
Die Bevölkerung hat sich sowohl in der Zahl als auch in der Alterszusammensetzung in den 20 Jahren von 2007 bis 2026 deutlich geändert. In der folgenden Grafik sind die Todesfälle für die früheren Jahre so berechnet, als ob die Bevölkerung damals schon die Zahl und die Altersstruktur von 2026 gehabt hätte.
Todesfälle in Österreich
Wir sehen, dass die Zahl der Todesfälle mit der Bevölkerungsstruktur von 2026 früher deutlich höher gewesen wäre. Die erhöhte Zahl von Todesfällen bei besonders hohen Temperaturen ist aber in beiden Kurven erkennbar.
Todesfälle in Wien
Auch diese Grafik zeigt den Effekt der höheren Todesfallzahlen bei höheren Temperaturen sowohl bei der realen als auch bei der auf 2026 hochgerechneten Bevölkerungsstruktur.
Todesfälle pro Million Einwohner
Der Unterschiede zwischen den Todesfallzahlen mit der realen und der auf 2026 hochgerechneten Bevölkerung entstehen durch Überlagerung zweier Entwicklungen: die Bevölkerung nimmt zu, und der Anteil der Altersgruppe 65+ nimmt innerhalb der gesamten Bevölkerung zu.
Um nur die Auswirkung der Änderung der Altersstruktur zu untersuchen berechnen wir die Todesfälle pro Million Einwohner für die reale und die hochgerechnete Bevölkerung.
Todesfälle pro Million Einwohner in Österreich
In dieser Grafik liegen die Kurven der Todesfallzahlen pro Million mit der realen Bevölkerung in den verschiedenen Jahren
im selben Bereich.
Rechnet man aber die früheren Jahre auf die Altersstruktur
von 2026 um, dann sieht man, dass die Zahl der Todesfälle mit der hochgerechneten Altersstruktur merkbar
höher ist als die mit der tatsächlichen Altersstruktur.
Todesfälle pro Million Einwohner in Wien
In der Grafik für Wien zeigt sich derselbe Effekt wie der in der Grafik für Österreich: Mit der hochgerechneten Altersstruktur von 2026 ist die Zahl der Todesfälle in den früheren Jahren deutlich höher.